Landluft ist billiger

Es ist eine historische Kehrtwende: Immer mehr Menschen kehren den Städten den Rücken und ziehen aufs Land, so wie wir schon vor knapp 14 Jahren. Damit hat sich die Konstellation der tendenziellen Landflucht vielerorts umgekehrt. Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung hat die Ursachen der Stadtflucht in den vergangenen Jahren untersucht. Das Ergebnis ist ein durchschnittliches Wachstum der Dörfer, was genau das Gegenteil von dem darstellt, was noch vor einem Jahrzehnt Gültigkeit hatte. Zudem ist das Wachstum im ländlichen Raum mittlerweile nahezu standortunabhängig, da auch Gemeinden abseits der Ballungsräume in den vergangenen zwei Jahren einen Zuzug von mehr als 10 Zuzüglern pro 1.000 Einwohner verzeichneten. Vor allem junge Familien, die nicht unbedingt ins Umland abwandern, wenn sie die Stadt verlassen, befeuern diesen Trend.

Eine einfache Rechnung

Es ist allem voran die verbesserte digitale Anbindung der Dörfer und die neuen Möglichkeiten des Home Office, die Menschen die wirtschaftlichen Standortvorteile des Landlebens anerkennen lässt. Denn nicht zuletzt ist Wohnraum auf dem Dorf weit besser bezahlbar, als in den großen Städten. Ein Umstand, mit dem junge Familien, die oftmals noch nicht so viel verdienen, direkt konfrontiert werden, wenn sie zum Beispiel ein Haus in Frankfurt kaufen wollen. Gleiches gilt für München, Düsseldorf, Berlin und Hamburg. Dass es gerade diese genannten Städte sind, die mit die signifikanteste Stadtflucht zu verzeichnen haben, kommt auch nicht von ungefähr. Denn dort sind die Preise in den den letzten Jahren viel zu teuer geworden. Selbst relative Gutverdiener kommen da ins Schlucken, wenn der Wohnraum familiär bedingt zunehmen muss und die Preise sich derart präsentieren, wie sie es bislang tun.

Corona und Reformstau tun ihr Übriges dazu

Das Corona-Virus hat dem ansonsten so geschäftigen Stadtleben zwei Jahre lang einen heftigen Dämpfer verpasst. Wobei dieser Einflussfaktor natürlich relativ abstrakt und nur schwer zu fassen ist. Sehr viel weniger Abstrakt sind die Maßnahmen der städtischen Politik und der leidliche Erfolg derselben. So wurde vielerorts eine Quote zum Sozialwohnungsbau eingeführt. Doch jetzt, da gerade alle möglichen Baustoffe im Zuge der Ukrainekrise und der inflationären Entwicklung teuer sind, bleiben plötzlich die Investoren aus. Denn die mögen ihre Margen nicht mehr. Mit Sozialwohnungsbau kann man eben schlecht Geld machen.

Auch wenn Kiel jetzt nicht bei den genannten Städten dabei war, so sieht man auch bei uns in Flintbek den TRend zum Leben auf dem Dorf. Direkt neben uns wurde ein neues Baugebiet ausgeschrieben. Es war ruckzuck verkauft und nach kurzer Zeit sind so gut wie alle Häuser bewohnt. Das nächst Baugebiet in Flintbek ist bereits in der Planung.

Wir haben es auch zu keiner Zeit bereut, von der Stadt auf’s Dorf gezogen zu sein.